Bd. 4: Ein “Oberkunze darf nicht vorkommen”. Materialien zur Publikationsgeschichte und Zensur des Hinze-Kunze-Romans von Volker Braun. Herausgegeben von York-Gothart Mix. 1993. 235 S. (ISBN 3-447-03422-X). EUR 33,–; Vorzugspreis für Mitglieder des Leipziger Arbeitskreises zur Geschichte des Buchwesens: EUR 15,–.

Im Sommer 1981 hatte Volker Braun seinen Hinze-Kunze-Roman abgeschlossen und das Typoskript dem Mitteldeutschen Verlag in Halle an der Saale zum Druck übergeben. Als die erste Auflage endlich am 27. Juli 1985 in der DDR ausgeliefert wurde, war das Buch, dem der Ruf vorauseilte, intellektuelle Konterbande zu enthalten, bereits so gut wie vergriffen. Wenige Wochen später wurden Vertrieb und Verbreitung des Romans gestoppt, alle noch vorhandenen Exemplare mußten gezählt, gemeldet und abgeliefert werden. Der von dem Münchener Germanisten York-Gothart Mix herausgegebenen und mit einer ausführlichen Einleitung versehene Band dokumentiert anhand bislang unveröffentlichter Zeugnisse aus den Archiven des Verlags, des Ministeriums für Kultur der DDR sowie Volker Brauns diesen spektakulären Fall um das wohl provokativste Buch der späten DDR-Literatur und analysiert die Funktionsweise der literarischen Zensur. Alle internen und z.T. geheimen Zeugnisse werden im Volltext abgedruckt. Ergänzt wird die Darstellung durch eine Sammlung der zeitgenössischen Rezensionen in Ost und West, die die unterschiedlichen Rezeptionsweisen des Textes offenlegen, sowie durch zwei Gespräche, die der Herausgeber mit Volker Braun und Dieter Schlenstedt, dem Verfasser des fulminanten Nachworts der Originalausgabe, führte.

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